Die Zukunft von BI: Allgemeine Technologie Trends 2013

Erfahren Sie in diesem ersten Blogbeitrag die kompakte Zusammenstellung von drei großen Technologie- und BI-Trendstudien 2013 der Marktforscher Gartner und Forrester sowie des Beratungsunternehmens Accenture.

Im zweiten Teil dieser Blogserie werden wir unsere aus dieser Basis abgeleiteten Praxistrends vorstellen.

1. Forrester's TOP 10 BI PREDICTIONS FOR 2013 AND BEYOND (12. Dezember 2012)

#1 The best tool for each BI job trumps IT standards. A “multiple BI tool” strategy is here to stay for the foreseeable future.

BI wird agiler – IT Standards bleiben zwar wichtig, treten aber in den Hintergrund da in der Vergangenheit zu wenig Reaktionsgeschwindigkeit der Unternehmen auf veränderte Marktbedingungen resultierte. Der Wildwuchs an BI Tools der vergangenen Jahre wird zwar konsolidiert, aber es gibt auch weiterhin keinen dominierenden BI Anbieter sodaß Multiple-BI-Strategien auch in der mittleren Zukunft Best Practice sein werden.

#2 Ready or not, information workers will demand more BI control.

Warten auf neue Features wird sukzessive geschäftsschädigend. Der Backlog aus Feature Request und Umsetzung durch die IT wird seitens der Information Worker nicht mehr akzeptiert. Semantische Schichten und Suchfunktionen werden essentiell für die Einführung neuer BI Software.

#3 BI tools that support the right amount of managed end user self-service will become popular.

Organisationen müssen die richtige Balance aus zentraler und dezentraler Organisation finden um den dynamischen Herausforderungen des Marktes gewachsen zu sein. Self-Service darf aber nicht sich selbst überlassen werden sondern ist durch Hintergrund-Monitoring laufend zu optimieren.

#4 Mobility is no longer a “nice to have” — it will become the new BI mantra.

Mobile BI wird also Pflicht. Bisher hinkt BI in der mobilen Nutzung gegenüber anderen Bereichen noch hinterher, dies liegt vor allem an den vermeintlich fehlenden Anwendungsfeldern im Business. Der Trend ändert sich aber bereits dramatisch – Information Worker können immer weniger darauf warten, wieder im Office zu sein um Entscheidungen zu treffen. Die BI Anwendungen werden sukzessive mobile Features (bspw. geo-located queries, sensor-based queries, usw.) zu integrieren wissen.

#5 Cloud BI will slowly and steadily chip away at on-premises implementations.

BI wandert also langsam in die Cloud. Bisher sind einerseits die Features von BI Instrumenten in der Cloud, anderseits die Bereitschaft der Unternehmen geschäftskritische Daten in der Public Cloud abzulegen, noch zu gering. Doch beides wird sich in den kommenden Jahren schrittweise ändern – neueste Technologie aus der Steckdose wird völlig neue Lösungsansätze ermöglichen. Statt endlos langer Genehmigungsprozesse und hohe Initialinvestitionen wird BI mit einer Kreditkarte und einem Mietmodell maßgeschneidert konsumiert werden können.

#6 BI-specific DBMSes will gain popularity.

BI spezifische – also nicht-relationale – Datenbanken gewinnen weiter an Bedeutung. OLAP Cubes sind die etabliertesten Beispiele, neue spaltenorientierte und/oder In-Memory Datenbanken und Hadoop-Anwendungen sind die Herausforderer.

#7 Big data will move out of silos and into enterprise IT.

Big Data verlässt also seine Silos und wird Bestandteil der Unternehmens-IT. Die Datenmenge wächst derzeit schneller als die Möglichkeit der Unternehmen, damit umzugehen. Big Data Approaches – das sind Technologien die Verarbeitung extremer Datenmengen leistbar ermöglichen – können riesige Datenmengen in Insights transformieren. Big Data bedeutet einen Paradigmenwechseln in der IT, anstelle des „single-point-of-truth“ treten redundante Daten die kontextbezogen ausgewertet werden. Die Unternehmen werden schrittweise mit Big Data lernen, umzugehen und wertvolle Managementmodelle abzuleiten.

#8 Data exploration will become the new bread and butter of BI suites.

BI Nutzer wollen ihre Daten selber aufschlüsseln – mit In-Memory Technologien für kleinere und mittlere Datenmengen und mit Hadoop Technologien für große Datenmengen. Data Discovery wird zum Standard für alle unstrukturierten Datenbestände.

Technisch bedeutet das neben der Integration der BI Instrumente in Excel und die Office Produktpalette die viel umfassender Integration der BI Instrumente in E-Mail, Suche, Kollaboration Plattformen, Social Media und Portale („Integration in den Information Workplace“).

#9 An enterprise “tax” on top-down BI initiatives will become more popular.

Hier handelt es sich nicht um einen Trend sondern um einen Vorschlag durch Evelson zu einer bisher unbefriedigenden Problematik: “zentrales Datawarehouse” (Bottom-Up) vs. “dezentrale Datamarts” (Top-Down).

Beide Ansätze haben eindeutige Vor- und Nachteile. Datawarehouse-Projekte dauern oft zu lange und Datamart-Projekte münden regelmäßig in unvereinbaren Datensilos. Evelson schlägt daher vor: Top-Down Datamart-Projekte haben den Vorzug, jedes Top-Down-Projekt muß aber eine “Art Steuer” bezahlen. Damit wird der schrittweise Aufbau einer strategischen Datawarehouse-Architektur gewährleistet.

#10 Hadoop-based BI applications will start encroaching on mission-critical territory.

Hadoop spielt eine zentrale Rolle in der Big Data Revolution, bisher sind die Instrumente aber noch nicht ausgereift genug für erfolgskritische Prozesse wie Business Intelligence. Im ersten Schritt haben sich die etablierten BI Anbieter mit „Hadoop Integration“ geschmückt, was immer das konkret beim einzelnen Anbieter bedeutet. Es ist zu erwarten, daß Unternehmen in Hadoop-Technologie investieren werden, um die Schwachstellen schrittweise zu eliminieren und diese Technologie auch in der BI Einzug halten wird.

Quellennachweis:

http://blogs.forrester.com/boris_evelson/12-12-12-top_10_bi_predictions_for_2013_and_beyond

Sekundärquellen:

http://www.cio.de/knowledgecenter/bi/2902251/

http://www.computerwoche.de/a/forrester-10-bi-trends-fuer-2013,2530842

http://www.computerwelt.at/news/enterprise/strategy/detail/artikel/zehn-bi-trends-fuer-2013-von-forrester/

 

Gartner´s TOP 10 STRATEGIC TECHNOLOGY TRENDS FOR 2013 (23. Oktober 2012)

#1 Mobile Device Battles

Die PC-Ära geht zu Ende und Gartner geht davon aus, daß Smartphones und Tablets die wichtigsten Devices für den Internetzugriff werden. Windows 8 wird nur noch eines von drei Betriebssystemen sein – hinter Google`s Android und Apple´s iOS. Unternehmen haben sich darauf einzustellen, daß neben der Vervielfältigung der Devices und der Betriebssysteme auch eine „Consumerization“ dieser Geräte stattfindet – es kommt als zu einer Vervielfältigung der Ansprüche, anstelle der bisher angestrebten IT Vereinheitlichung.

#2 Mobile Applications and HTML5

Derzeit gibt es mehr als 100 Tools zur Entwicklung von mobilen Anwendungen, also Apps. Gartner prognostiziert eine Konsolidierung auf 6 mobile Architekturen, insbesondere eine Verschiebung von Native Apps hin zu Web Apps auf basis HTML5, da der Leistungsumfang von HTML5 immer besser wird. Entwickler sind gefordert, touch-optimierte Apps zu erstellen, die auf einer Reihe von Geräten einwandfrei laufen müssen.

#3 Personal Cloud

Die Cloud ersetzt bereits heute – etwa mit Windows 8 – den PC/Laptop als Speicherort für persönliche Daten, Einstellungen, Web-Destinationen, Konnektivitäten und Präferenzen. Die Personal Cloud verschiebt den Fokus vom Client PC hin zu cloud-basierten Diensten die über Devices lediglich verwendet werden. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um Public oder Private Cloud Angebote handelt.

#4 Enterprise App Stores

Gartner geht davon aus, daß Unternehmen in Zukunft in mehr als einem Public App Store einkaufen werden. Die damit einhergehende Verkomplizierung hinsichtlich Bezahlverfahren und Lizenzbestimmungen geht Gartner davon aus, daß Unternehmen vermehrt Private App Stores einsetzen werden, um die Komplexität sicher handhaben zu können. Die Rolle der IT verschiebt sich damit vom zentralen Planer einer Infrastruktur hin zu einem Market Manager der die Rahmenbedingungen, das Handelssystem und das Ökosystem für „Apptrepeneurs“ bereitstellt.

#5 The Internet of Things

Das Internet der Dinge beschreibt, wie das Internet in Gegenstände des Alltags Einzug halten wird. Wesentliche Elemente des IoT sind eingebettete Sensoren, Bilderkennungstechniken (bspw. QR-Codes), Bezahlsysteme über NFC und Konnektivität über Bluetooth, NFC, LTE und WLAN.

Der Begriff des „Mobilen Internet“ bei weitem nicht mehr nur auf Smartphones und Tablets anzuwenden sein, sondern auf Armbanduhren, Brillen, Autos, medizinische Sensoren, intelligente Plakate, Home-Entertainment-Systeme und vieles mehr. Das bedeutet viele neue Möglichkeiten und viele neue Herausforderungen für Unternehmen.

#6 Hybrid IT and Cloud Computing

Cloud Computing treibt nach Einschätzung von Gartner die radikale Transformation von IT-Abteilungen hin zu „Service Brokern“ voran. IT Services werden immer häufiger als (public oder private) Cloud Services „On Demand“ bereitgestellt – die IT Abteilung wird dabei immer mehr zur „Cloud Service Brokerage“ die diese Bereitstellung koordiniert und steuert.

#7 Strategic Big Data

Big Data bahnt sich seinen Weg von „Individual Projects“ in die Unternehmens-IT. Der Umgang mit großen und unstrukturierten Datenvolumina zwingt uns dazu, traditionelle Organisationsmuster zu verlassen. Das Konzept des einen zentralen „single-point-of-truth“ mit allen entscheidungsrelevanten Informationen ist längst überholt, die Zukunft liegt laut Gartner im logical enterprise data warehouse, bestehend aus content management, data warehouse, data marts, spezielle File-Systeme, Data Services und Metadaten.

#8 Actionable Analytics 

Analysen werden dem Anwender immer häufiger am „point of action“ und im Kontext der aktuell zu lösenden Aufgabe geliefert. Nach Einschätzung von Gartner wird dies auch bald mobil zu vernünftigen Kosten möglich sein.

#9 In Memory Computing 

Die Ablöse von stundenlangen Batch-Prozessen durch In-Memory-Prozessen, die in Minuten- oder sogar Sekundengeschwindigkeit realisiert werden, eröffnet völlig neue Möglichkeiten in der Echtzeit- und Nahezu-Echtzeit Optimierung. Die großen Anbieter werden nach Einschätzung von Gartner in den kommenden 2 Jahren Anwendungen auf den Markt bringen, die diese Technologien zum Mainstream werden lassen.

#10 Integrated Ecosystems

Ausgehend vom Wunsch der Kunden nach mehr Einfachheit, geringeren Kosten und mehr Sicherheit verändert sich der Markt in Richtung integrierter Systeme bzw. ganzer Ökosysteme anstelle lose gekoppelter heterogener Dienste. Unterstützt wird dieser Trend vom Wunsch der Anbieter nach einer möglichst vollständigen Kontrolle über den tatsächlich eingesetzten Solution Stack und der Vergrößerung der eigenen Marge im Vertriebsprozess – und zwar ohne Hardware anbieten zu müssen.

Dieser Trend manifestiert sich in mehreren Ebenen. Appliances kombinieren Hardware mit Software oder Software mit Services. Cloud-basierte Marketplaces erleichtern den Kauf, die Konsumation und die Weiterentwicklung durch ISVs.

Quellennachweis:

http://www.gartner.com/newsroom/id/2209615

Sekundärquellen:

http://www.it-business.de/marktforschung/studien/articles/383419/

http://www.datev.de/portal/ShowPage.do?pid=dpi&nid=142633

 

ACCENTURE TECHNOLOGY VISION 2013 – EVERY BUSINESS IS A DIGITAL BUSINESS (19. Februar 2013) 

Der CEO braucht eine "digitale Vision".

Die Digitalisierung der Geschäftswelt hat mittlerweile immense Ausmaße angenommen. "Über kurz oder lang wird sich jedes Unternehmen mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf das eigenen Geschäftsmodell beschäftigen müssen", sagt Frank Riemensperger, Vorsitzender der Geschäftsführung von Accenture Deutschland: "Es braucht eine digitale Vision für die Kundenbindung durch intelligente Produkte, die Lieferketten, den Service und die Art und Weise, wie im Unternehmen Daten zu entscheidungsrelevanten Information werden."

#1 Relationships at Scale: Moving beyond transactions to digital relationships

Digitale Beziehungen entanonymisieren: All die Kontakt- und Interaktionsmöglichkeiten mit dem Endverbraucher haben zu einer beispiellosen Menge an Daten geführt. Unternehmen müssen dennoch den einzelnen Kunden, also personalisiert und kontextbezogen, ansprechen.

#2 Design for Analytics: Ask the questions first and design for the answers

Big Data bewältigen: Business Intelligence-Lösungen (BI) und Analyse-Tools müssen immer mehr Daten in Beziehung setzen: Durch Sensoren, durch in Produkte eingebettete Tools und soziale Netzwerke erhalten Unternehmen ständig neue Informationen. Big Data zu bewältigen heißt nicht nur, diese Informationen zu verarbeiten, sondern sie in Vorhersagen über künftiges Käuferverhalten zu verwandeln.

#3 Data Velocity: Matching the speed of decision to the speed of action

Den Daten Beine machen: Befeuert durch die "drei großen Vs", nämlich Volumen, Variety und nun auch Velocity, muss Datengewinnung und -verarbeitung immer schneller erfolgen. In-Memory-Computing und visuelle Datenaufbereitungen unterstützen Unternehmen dabei.

#4 Seamless Collaboration: Embed collaboration into the business process

Nahtlose Zusammenarbeit: Facebook, Twitter, Skype und Google+ haben die Kommunikationsgewohnheiten grundlegend verändert. Unternehmen können von entsprechenden Anwendungen profitieren. Social-Media-Werkzeuge wie Yammer oder Chatter helfen beispielsweise dabei, die E-Mail-Flut einzudämmen und so die Produktivität zu steigern. Die meisten Mitarbeiter haben die neuen sozialen Kommunikationsformen längst verinnerlicht. Es ist an der Zeit, die Geschäftsprozesse entsprechend anzupassen. Jede App, die ein Unternehmen einsetzt, muss "social" sein.

#5 Software-Defined Networking: Virtualization's last mile

Software-definierte Netzwerke; diese sollen Unternehmen schneller und agiler machen. Dahinter steckt eine Entwicklung, die von proprietärer Hardware weg und hin zu einer frei konfigurierbaren Infrastruktur – entsprechend dem Cloud Computing – führen soll. Wenn Software und Hardware entkoppelt sind, müssen neue Anwendungen das interne Zusammenspiel von Routern und Switches nicht mehr verstehen. Unternehmen können dadurch Veränderungen einfacher umsetzen.

#6 Active Defense: Adapt defenses to the threat

Sicherheit bleibt ein zentrales Thema. Unternehmen stehen in der Pflicht zu mehr Aktivitäten. Das Motto lautet "Active Defense". Konkret: Es ist nicht damit getan, Attacken abzuwehren, sondern Unternehmen müssen das Vorgehen der Angreifer verstehen und dann selbst aktiv werden. Ein Beispiel dafür sind sogenannte Honeypots.

#7 Beyond the Cloud: The value lies in how you use the cloud

Zwischen den Wolken und den Welten wechseln: Es geht nicht mehr um die Frage, ob die Cloud genutzt wird, sondern wie. Künftig werden IT-Chefs entscheiden müssen, welche Inhalte in einer Private Cloud liegen und welche in die Public Cloud dürfen. Sie werden sich in einer hybriden Welt bewegen. Was die IT-Teams betrifft, müssen CIOs Architekten finden, die das Zusammenspiel der Fähigkeiten und Funktionen überblicken und lenken. As-a-Service-Modells treten den Siegeszug an. Cloud Computing verändert nicht nur die IT, sondern die gesamte Business-Welt.

Quellennachweis:

http://www.accenture.com/Microsites/it-trends-innovations-2013/Pages/home.aspx

Sekundärquellen:

http://www.presseportal.de/pm/39565/2428751/7-it-trends-die-es-beim-schopfe-zu-packen-gilt-die-accenture-technology-vision-2013-identifiziert

 

Weitere allgemeine Links:

http://www.cio.com.au/article/421700/top_six_bi_trends_2012/

http://www.cio.de/knowledgecenter/bi/

 

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